Darwin und die Dinosaurier Drucken E-Mail
Die Paläontologie - bedeutende Forscher

Darwin und die Dinosaurier

”Über den Ursprung der Arten“, so lautet der Titel des berühmten und damals sofort ausverkauften Werks Charles Robert Darwins (1809-1882) über die Evolutionstheorie. Es löste eine Revolution in der Wissenschaft aus. Darwin hatte eine neue Erklärung dafür, dass die Dinosaurier plötzlich ausgestorben sind. Er widersprach der damals verbreitete Katastrophentheorie, die davon ausging, dass Katastrophen, wie zum Beispiel die Sintflut, frühere Arten vernichteten und Gott danach neue Lebewesen schuf (mit Ausnahme derer, die auf der Arche Noah überlebten und zu denen die Dinosaurier nicht gehören konnten). Wie damals Galileo Galileo an den Fundamenten des festverwurzelten Glaubens, dass die Erde eine Scheibe sei, rüttelte, so erschütterten Darwins Thesen die Aussagen der biblischen Geschichte und der Genesis. Hatte Gott nicht alle Lebewesen erschaffen? Am 24. November 1859 erschien Charles Robert Darwins Werk – und war schon am gleichen Abend vergriffen. Nach Darwins Thesen waren die Formen der Tier- und Pflanzenwelt Ausdruck einer natürlichen Selektion. Die Evolution, also die stammesgeschichtliche Entwicklung (Phylogenese) der Lebewesen, erzeugte die unterschiedlichen Formen und Eigenschaften allen Lebens. Bereits 1802 hatte der Naturforscher Jean-Baptiste-Antoine de Monet Chevalier de Lamarck (1744-1829) eine vorsichtigere Hypothese in seinem Lamarckismus vertreten: Er ging davon aus, dass sich bestimmte Merkmale von Lebewesen durch äußere Einflüsse und Lebensbedingungen ändern. Diese Veränderungen werden dann auf die Nachkommen vererbt. Die Urformen der Schöpfung wurden nach Lamarcks Auffassung also auf diese Weise nach und nach perfektioniert. Darwin ging wesentlich weiter. Für ihn waren die Schlüsselmechanismen der Evolution die Anlagen, die ein Lebewesen hatte, sich äußeren Umständen anzupassen. Nicht also die körperliche Anpassung eines einzelnen Tieres, sondern seine genetischen Eigenschaften, die sich über Generationen durch natürliche Selektion (Auslese) durchgesetzt hatten. Es gab keine gottgegebenen Formen und Charakteristika mehr. Die Theorie von großen Naturkatastrophen, nach denen alle Wesen neu geschaffen wurden, war widerlegt (obwohl es auch heute noch besonders religiöse Vertreter gibt, die die Evolutionstheorie zugunsten einer göttlichen Schöpfung anzweifeln).
Ein Wegbereiter für Darwins Erklärung war der schottische Geologe Sir Charles Lyell (1797-1875). Er hatte bereits der Katastrophentheorie widersprochen. Er vertrat den Aktualismus, der besagt, dass die Entwicklungen, insbesondere geologischer Formationen, auf der Erde früher genauso langsam und stetig vonstatten gingen, wie zur Gegenwart. Also ohne plötzliche Katastrophen und Veränderungen. Seine Behauptung berührte allerdings nicht die bis dahin bestehende Überzeugung von der Unveränderlichkeit der Arten. Trotzdem war es ein Schritt hin zu Darwins Ideen. Denn als dieser auf seinen Reisen die Tier- und Pflanzenwelt der Galápagos-Inseln vor Equador beobachtete, fiel ihm auf, dass jede Insel eine eigene Art von Schildkröten, Spottdrosseln und Darwinfinken besaß. Der Gedanke kam ihm, ob diese Tiere von einer gemeinsamen Stammform abstammen könnten und sich dann in ihren isolierten Lebensräumen der einzelnen Inseln unterschiedlich fortentwickelt haben – durch natürliche Selektion.Darwin entwickelte seine Evolutionstheorie:
Einzelne Tiere innerhalb einer Art, die ihrem Lebensraum besonders gut angepaßt waren, hatten bessere Chancen zu überleben und sich fortzupflanzen, so gaben sie ihre Anlagen mit ihrem Erbgut weiter und die nützlichen Eigenschaften wurden in die nächste Generation übertragen. Umgekehrt führten weniger günstige Eigenschaften eines Lebewesens eher zum Tod und verringerten die Chance, das Erbgut weiterzugeben. Tiere oder Pflanzen mit diesen nachteiligen Merkmalen starben früher oder später aus. Es sei denn, sei besaßen das Glück, eine ökologische Nische besetzen zu können, in der ihnen keine andere Art Konkurrenz oder den Garaus machte.Mit diesen Thesen hatte auch der Mensch seinen Sonderstatus innerhalb der göttlichen Schöpfung verloren. Auch er war nichts weiter als ein Produkt der millionen Jahre währenden Evolution.