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Die Entdeckung
Im Dinofieber
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Die Entdeckung

Im Jahre 1677 veröffentlichte Robert Plot, ein Professor der Universität Oxford, einen Aufsatz, in dem er einen gewaltigen Knochen beschrieb, der in einem Steinbruch in der Grafschaft von Oxfordshire gefunden worden war. Es handelte sich um den Oberschenkel eines riesigen Tieres, das die Größe eines Elefanten hatte. Zunächst vermutete er, die Römer hätten während ihrer britannischen Herrschaft Elefanten mit nach Britannien gebracht. Hierfür gab es jedoch keinerlei schriftliche Beweise. Nachdem er ein wirkliches Elefantenskelett untersuchen durfte, stellte er fest, dass diese Knochen im Vergleich mit dem Fund in Oxfordshire wesentliche Unterschiede aufzeigten. Daraus folgerte Plot, es müsse irgendwann menschliche Riesen gegeben haben (übrigens: Es war der untere Teil des Oberschenkelknochens eines Megalosaurus, der dank einer exakten Zeichnung Plots identifiziert werden konnte).

Obwohl weitere zahlreiche Funde gemacht wurden, gab es bis vor etwa 150 Jahren keine ernstzunehmenden wissenschaftlichen Erkenntnisse im Bereich der Dinosaurier.
Der entscheidende Fund, der die Existenz einer Gruppe von Riesenreptilien offiziell werden ließ, wurde 1822 von der Ehefrau des Arztes und Fossiliensammlers Mantell gemacht. Sie entdeckte in der Grafschaft Sussex zahlreiche fossile Zähne. Ihr Mann konnte diese einem Tier zuordnen, das einem in Amerika lebenden Leguan (Iguana) sehr ähnlich gewesen sein mußte. Nach diesem benannte er es auch mit Namen Iguanodon. Seiner Beschreibung nach sollte es ein plumpes Tier mit einem Horn auf der Nase gewesen sein. Wie sich später herausstellte, handelte es sich bei dem Horn um die Zehenkralle des Iguanodon.

Gleichzeitig beschrieb ein Brite namens Buckland in dieser Zeit Fossilien, die in einem Steinbruch in der Gegend von Oxford gefunden worden waren, und deutlich anders aussahen. Es handelte sich um Rückenwirbel und Kieferknochen einer riesenhaften Echse, die er Megalosaurus nannte ("Riesen-Echse"). Wenige Jahre später fand Mantell ein weiteres riesiges Reptil, das er Hylaeosaurus nannte. Diese Funde lösten eine Schatzsuche im ganzen Land aus. Doch erst 1841 entstand die Hypothese, dass es im Verlauf der Erdgeschichte einen Lebensabschnitt gegeben haben mußte, der bis dahin völlig unbekannt gewesen war. Auf einer Versammlung in Plymouth sprach der Paläontologe Richard Owen 1841 erstmals von der Existenz einer riesigen ausgestorbenen Gruppe von Tieren, die an Größe alles Bekannte bei weitem überrage: den Dinosauriern.Die Entdeckung des Urvogels Archaeopteryx in Plattenkalk bis zur vollständigen Rekonstruktion

In Nordamerika fand man die ersten Spuren von Dinosauriern bereits 1835 in triassischen Gesteinen des Connecticut Valley. Es handelte sich dabei allerdings nicht um Knochenfunde, sondern um Fusspuren, untrügliche Beweise dafür, dass an der besagten Stelle vor 220 Millionen Jahren große, zweibeinige Lebewesen vorbeigegangen waren. Edward Hitchcock, Professor der Theologie und Geologie am Amherst College in Massachusetts und später dessen Präsident, beschrieb die Abdrücke 1848. Seiner Ansicht nach handelte es sich um die Spuren riesenhafter Vögel. Erst 1856 erschien die erste Beschreibung von Dinosaurierknochen aus Nordamerika. Dr. Josef Leidy von der Academy of Natural Science in Philadelphia berichtete damals über Dinosaurierzähne aus Montana. Zwei Jahre danach beschrieb er das erste Skelett eines nordamerikanischen Dinosauriers, den er Hadrosaurus nannte.

Im amerikanischen Mittelwesten fand man in Gesteinen des Jura und der Kreide (titleer über 65 Millionen Jahre) bald eine Unmenge von Dinosauriern. Die treibende Kraft hinter den Entdeckungen waren zwei begüterte Männer aus den Oststaaten , jeder für sich ein hochqualifizierter Paläontologe und untereinander ,scharfe Konkurrenten. Der erste war Othniel Charles Marsh von der Yale University, er wurde von seinem Onkel, George Peabody, einem reichen Importkaufmann und Philanthropen, mit Geldmitteln ausgestattet. Der zweite, Edward Drinker Cope von der Academy of Natural Science in Philadelphia, hatte einen reichen Reeder zum Vater.Die ersten großen Dinosaurierknochen wurden 1877 in der Morrison-Formation in Colorado, später auch in Wyoming entdeckt. Sowohl Marsh als auch Cope erhielten Proben von diesen Funden: Der »Dinosaurierkrieg« hatte begonnen. Rivalisierende Teams von Fossilienjägern zogen westwärts, um jeweils die größten und besten Dinosaurierskelette zu erwerben. Marsh finanzierte sechsjährige Ausgrabungen bei Como Bluff in Wyoming, wo man die Knochen tonnenweise fand. Cope entsandte Sammler in dasselbe Gebiet, aber auch nach Colorado. Nach Funden aus jenen oberjurassischen Gesteinen wurden im Laufe der Zeit von den beiden Forschern viele neue Dinosaurierarten beschrieben, die inzwischen weltweit bekannt sind, darunter Allosaurus und Ceratosaurus , Camarasaurus , Diplodocus und Apatosaurus und Stegosaurus. Als die an Dinosauriern reichste paläontologische Schatzkammer erwiesen sich später Gesteine der Oberkreide in Montana und Colorado, die gegen Ende des Mesozoikums, also vor 100 bis 65 Millionen Jahren, abgelagert wurden. Die Entdeckung ausgestorbener Lebewesen wie Ornithomimus, Nodosaurus, und Triceratops verdanken wir auch in diesem Fall der Rivalität zwischen Marsh und Cope.
Auch Kanada trug zu den Dinosauriersammlungen der Museen bei. Die Sedimente aus der Oberkreide im Red Deer River Valley (Alberta) lieferten in den Jahren 1910-1917 eine reiche Ausbeute. Ebenfalls als sehr dinosaurierreich erwies sich die Wüste Gobi in der Äußeren Mongolei. Die ersten Forschungsreisen dorthin organisierte das American Museum of Natural History in den Jahren 1922 bis 1925 - ursprünglich gar nicht in der Absicht, Reptilien zu suchen. Man hoffte vielmehr, in dieser Region fossile Menschen zu finden.

Der mongolische Dinosaurierfriedhof lieferte eine ganze Reihe von Tierskeletten aus der Oberkreide, darunter Protoceratops, den Vorfahren der nordamerikanischen Horndinosaurier, samt Nestern und Eiern. Weitere Funde betrafen die SaurischierOviraptor, Velociraptor und Saurornithoides. Dinosaurier wurden auch in Südamerika, Afrika, Australien und sogar auf Neuseeland gefunden, doch sind die Fundstätten auf der Südhalbkugel längst nicht so reich wie die auf der Nordhalbkugel.

Der vielleicht berühmteste Fundort auf der Südhemisphäre ist Tendaguru in Tansania, Ostafrika, wo man, ähnlich wie bei derMorrison-Formation in den westlichen USA, eine große Menge oberjurassischer Dinosaurier fand.Ein weiterer afrikanischer Fundort, 1987 südlich der Sahara in Niger entdeckt, verspricht ebenfalls reiche Ausbeute. Zu Beginn der Forschungsarbeiten wurden die Knochen von Camarasaurus geborgen, eines gigantischen pflanzenfressenden Sauropoda