Das Proterozoikum Drucken E-Mail

Das Proterozoikum
Vor rund 4,5 Milliarden Jahren bildete sich die erste feste Oberfläche unseres Planeten.

Neuere Vorstellungen gehen davon aus, dass sie anfangs kalt und öde ist, ihre Temperatur sich dank der günstigen Entfernung von der Sonne um 0°C bewegt und an manchen Stellen der Wasserdampf sich als Reif niederschlägt, während in anderen Gegenden das Wasser flüssig bleibt. Die Erdkruste besitzt noch nicht ihre heutige Form. Berge und Hügel ragen höher über das mittlere Niveau der Landschaft auf und sind schroffer. Die Täler sind tief eingeschnitten und nur wenig durch Ablagerungen verfüllt.

Nach diesen Vorstellungen gibt es keinen Wind, keine Flussläufe, keine Meere und keine Gletscher, die die schroffen Felsen angreifen und die Täler mit Geröll aufschütten würden. Die Erde ist unwirtlich, aber ohne Sedimente gibt es auch keine Verwitterungsböden. Dafür bestehen an verschiedenen Stellen intensive vulkanische Tätigkeiten. Ganze Gebiete der Kruste brechen ein, werden erneut eingeschmolzen, erstarren wieder und ändern so ihre Struktur. Lavaseen bilden sich, neue Vulkane und neue Krater. Ströme glutflüssiger Lava ergießen sich über weite Flächen, erstarren und werden aufs neue übergossen.Die ganze Erdoberfläche befindet sich in Bewegung, Gesteine entstehen und vergehen. Kaum etwas erinnert an den Schauplatz, auf dem künftig - vielleicht erst knapp eine Milliarde Jahre später - das erste Leben beginnen soll.Diese Ära dauerte ca. 500 Millionen Jahre an.

 

Das Kryptozoikum vor 4 Milliarden Jahren
Vor etwa 4 Milliarden Jahren ist die nach wie vor öde Erde von dichten Wolken umhüllt, die das Sonnenlicht nicht zu durchdringen vermag.
Über der Erdoberfläche toben Orkane, und an zahlreichen Stellen quellen Lavaströme aus den Rissen in der Kruste. Durch die vulkanische Tätigkeit entweichen aus dem glutflüssigen Erdinneren in steigendem Maße Gase und Wasserdampf, aus denen sich allmählich eine Uratmosphäre bildet.

In Bodensenken zeigen sich kleinere und größere Wasser-ansammlungen, dann größere Wasserflächen, die sich langsam zu Urozeanen füllen. Wind und Wasser, Hitze und Kälte greifen Gesteine der Erdoberfläche an, sie verwittern, und aus den Abtragungsprodukten entstehen die ersten Sedimente.

Noch gibt es vielleicht kein Leben, aber in den Urmeeren finden sich schon komplexe organische Verbindungen, wie zum Beispiel Aminosäuren, die im Zuge einer physikochemischen Evolution die Voraussetzung für seine Entstehung bilden.

Diese Ära dauerte 500 Millionen Jahre.

Das Kryptozoikum vor 3,5 Milliarden Jahren
Das Leben ist auf der Erde vor etwa 3,5 Milliarden Jahren nachweislich existent. Es erscheinen sogenannte Eobionten (knospungsfähige Kügelchen aus Protein), Bakterien und Blaualgen (Cyanophyceae).

Der Prozess der Photosynthese ist schon eingeleitet, der als eine der Hauptgrundlagen der weiteren Entftitleung des Lebens die Energie des Sonnenlichts nutzt, um aus anorganischen Verbindungen organische Substanzen aufzubauen.

Die vulkanische Aktivität ist immer noch recht stark, und erstarrte, geborstene Lavaströme bedecken weithin den Meeresgrund, ein guter Ansatz für die primitiven Pflanzen, die mit ihrer blaugrünen, roten und braunroten Farbenpracht den monotonen Meeresboden beleben.

Erst viel später, im Laufe der vorkambrischen Jahrmilliarden, entstehen pflanzliche und tierische Einzeller (mit Zellkern, also Eukaryonten). Noch länger dauert es bis sich echte Kolonien aus Einzellern bilden, und nochmals vergehen Jahrmillionen bis vielzellige Formen mit echten Geweben aus spezialisierten Zellverbänden vorhanden sind.