Warum die Dinosaurier so groß wurden. Drucken E-Mail
Woher kommt der Riesenwuchs der Dinosaurier?

Die Dinosaurier waren in der Geschichte der Erde eine besonders erfolgreiche Spezies. 140 Millionen Jahre dominierten sie den Planeten und setzten sich über alle anderen Tiere dieser Zeit hinweg. Wenn man nach den Gründen dieser  Überlegenheit fragt ist die einfachste Erklärung ihre imposante Größe. Tiere von solchen Ausmaßen haben keine Feinde mehr, können ihren Lebensraum enorm ausweiten und bekommen dadurch bessere und wertvollere Nahrung.  Aber brachte dieser Gigantismus außer erkennbaren Vorteilen nicht auch Nachteile?  Wie viel Tonnen Nahrung  musste ein Riese wie der pflanzenfressende Supersaurus von 40m Länge und einem Gewicht von 55 Tonnen täglich zu sich nehmen? Und sollten die Nahrungsreserven durch z.B. eine Dürre einmal schrumpfen, gerät solch ein Tier ziemlich schnell in eine lebensbedrohliche Lage.

Biologen haben auf die Größe der Dinosaurier eine schnelle Antwort. Bei allen Tieren steuert die Hirnanhangsdrüse das Wachstum und bei den Vorfahren der Dinosaurier vergrößerte sich dieses Organ so sehr, dass Riesen entstanden.

Leider ist die Antwort nicht zufriedenstellen und nur die halbe Wahrheit. Denn, dass die Dinosaurier wuchsen und wuchsen jedoch ihre nächsten Verwandten die Krokodile und Schildkröten mit denen sie den gleichen Vorfahren teilen über Jahrmillionen fast konstant ihre Körpergröße behielten passt irgendwie nicht zusammen.

Die Forscher glauben die Ursache für den gewaltigen Körperbau indes an einer ganz anderen Ursache festmachen zu können. Ein Tier  das so groß und gewaltig war, muss ganz andere Eigenschaften als die Reptilien, zu denen die Dinosaurier wegen ihrer Echsenähnlichkeit lange zählten, gehabt haben.
Ein  Indiz dafür sind die langen Schenkel der Dinosaurier.  Lange Extremitäten lassen auf eine sehr große Behändigkeit schließen. Daraufhin schlussfolgern die Forscher, dass die Dinosaurier gar nicht echsenartig  und kaltblütig waren sondern eher  warmblütig und säugetierähnlich.  Säugetiere und  Vögel sind warmblütig das macht sie zu Schnellläufern völlig unabhängig von der Außentemperatur -  und man sieht den Unterschied sofort  - Säugetiere und Vögel haben Beine die senkrecht stehen, während Reptilien bodenkriechende Tiere sind. Nur Dinosaurier hatten noch unter dem Körper zu Boden ragende Beine.

Bei Untersuchungen der Schenkelknochen von Dinosauriern unter einem Elektronenmikroskop stellte  der Anatom Armand J. de Ricales fest, dass die Tiere ein besonders gut durchblutetes Knochengewebe hatten. Ein solcher Knochenaufbau kommt sonst nur bei schnellen ausdauernden Säugetieren vor nicht aber bei Reptilien. Ein weiteres Indiz das Dinosaurier nicht echsenartig waren ist, dass sie Brutpflege betrieben und in sozialen Gruppen mit Rangfolge lebten. Dies beweisen gefundene Dinosauriernester und Fußspuren. Von Reptilien hingegen kenn man solch ein Verhalten nicht nur von Vögel und Säugetieren.

Allerdings gibt es bei der Warmblütigkeit der  großen Dinosaurier einen Haken. Besonders viel Volumen bedeutet besonders viel Körpergewebe. In diesem Körpergewebe passieren alle Stoffwechselvorgänge wo Wärme erzeugt wird die sich wiederrum nur langsam abbaut durch die im Verhältnis geringe Oberfläche. So hätte die Körpertemperatur bei einem Supersaurus leicht 48 Grad betragen können. Der Elefant zum Beispiel  verhindert diesen Wärmestreß durch ein ausgeklügeltes System an Adern die durch die dünnen Ohren und unter der Haut  verlaufen und das Blut abkühlen. Bei einem riesigen Dinosaurier wäre das allerdings schier unmöglich gewesen. Kein Herz  könnte diese Mengen durch ein gewaltiges Netz von Adern pumpen. Dazu hätte ein Tier wie der Supersaurus einen enormen Blutdruck von 1500 aufbauen müssen.

Also doch kaltblütig?

Die meisten Forscher glauben indessen die Dinosaurier waren weder kaltblütig noch warmblütig  sondern pseudo warmblütig. Das bedeutet, dass die Tiere in klassischer Reptilienmanier ihre gewaltigen Körper aufwärmten. Der Vorteil dieser Methode: Ein großer Körper braucht sehr lange, bis er wieder auskühlt. Bei einem 30 Tonnen Brontosaurus hätte es, wie der britische Paläontologe L. B. Halstead kalkulierte in etwa 80 Stunden gedauert ehe sich die Körpertemperatur um nur ein  Grad senkte.

Die Lösung ist also die Entwicklung zur vollen Warmblütigkeit entwickelte sich nicht sprunghaft sondern Schritt für Schritt und ein Schritt dabei war die Körper riesengroß zu machen so hält die Wärme lange vor. So entwickelten sich zum ersten Mal Lebewesen die sich dem Diktat der Außentemperatur vollständig entziehen konnten und auch nachts oder in der Kälte immer noch hoch aktiv sein konnten. Das beweist das der Gigantismus kein Fehlgriff der Evolution, wie früher angenommen,  war sonder eine Stufe auf dem Weg zur Warmblütigkeit.

Letztendlich könnte dieser Umstand aber auch zum Aussterben der Dinosaurier geführt haben, nachdem sich die Erde immer mehr abkühlte war dieser Vorteil nur noch ein Nachteil und die riesigen Körper konnten sich einfach nicht mehr genug aufwärmen.