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Proavis als Bindeglied zwischen den Dinos und den Urvögeln


Auf dem Bild ist eine schon progressivere Form von "Proavis" beim Fallschirmflug, mit teilweise entwickeltem Gefieder an allen Körperfortsätzen zu sehen. Der reptilische Kopf mit voll bezahnten Kiefern war noch mit groben Reptilschuppen bedeckt.

Wir wissen, dass zu Beginn des Mesozoikums aus thecodonten Reptilien auch Vorfahren der Urvögel hervorgegangen sein müssen. Dieses Bindeglied zwischen Reptilien und Urvogel konnte jedoch bisher nicht nachgewiesen werden. So versuchen die Paläontologen, eine solche Zwischenform, die sie als "Proavis" bezeichnen, hypothetisch soweit möglich zu erfassen. Sie nehmen an, dass in diesem Entwicklungsstadium zwar noch voll befingerte Vordergliedmassen vorhanden waren, aber die Umformung von Schuppen zu Federn bereits abgeschlossen war. Sie glauben darüber hinaus, dass "Proavis" eine vorwiegend kletternde Lebensweise auf Bäumen oder Felsen führte, aber auch gut auf dem Boden laufen konnte. Allmählich bildete sich nach dieser Auffassung die Fähigkeit zu Segelsprüngen und später zum Fallschirmflug heraus.

Archaeopteryx lithographica ist ein bezahnter echter Urvogel. Das Skelett lässt klar erkennen, dass die Vögel direkt von den thecodonten Reptilien abstammen. So sind an den vorderen Gliedmassen drei freie, bekrallte Zehen vorhanden.

Der lange Schwanz aus 20 freien Wirbeln ist auch beim ausgewachsenen Tier nicht zu dem Peristyl der modernen Vögel verwachsen, und die Kiefer weisen noch kleine, in Alveolen sitzende Zähne auf.

Archaeopteryx ist nur wenig größer als eine Taube und ein schlechter Flieger. Im flatternden Fallschirmflug schwebt er von Baum zu Baum oder zur Erde und klettert wohl eher mit Hilfe der bekrallten Finger und Zehen wieder an den Stämmen in die Baumkronen empor, denn das kleine Brustbein zeigt nur wenig Ansatzmöglichkeit für Flugmuskulatur, und die Flügelfläche ist überaus gering. Als Nahrung dienen wahrscheinlich Früchte, Insekten und Würmer.

Bereits um 1860 wurde eine gut erhaltene Feder und ein Jahr darauf ein ganzes Skelett im Solenhofener Plattenkalk gefunden.